Freitag, 4. Mai 2012

Quam pro nostra omniumque salute pateretur

oder in Deutsch: "Als er für unser und ALLER Heil das Leiden auf sich nahm" - ja der Text ist den Einsetzungsworten entnommen und zwar aus dem Römischen Messkanon (auch erstes Hochgebet genannt). Allerdings gibt es ihn nur einmal im Jahr zu hören (sofern es sich, um die forma ordinaria handelt, in der extraordinaria wird er ja nicht laut verkündet) und zwar am Gründonnerstag.

D.h., auch liturgisch ist der Kirche immer schon bewusst gewesen, dass es um ALLE geht, sie hat es nur vermieden, das inflationär hinauszuposaunen, denn sowas nutzt sich ja bekanntlich ab. Stattdessen stellt sie die Aussage, dass Jesus Christus für alle gestorben ist, an eine der zentralsten Stellen der Liturgie und verknüpft die Geschehnisse von Tod und Auferstehung unmittelbar damit.

Es beten also auch die Pius-Brüder sehr wohl für ALLE. Es mag aber sein, dass der ein oder andere Besucher der forma extraordinaria auch am Gründonnerstag aus Gewohnheit in seinem Schott die Seite mit dem Standardmesskanon aufschlägt und deshalb nicht mitbekommt, dass es um alle geht.

Schlimmer ist es aber in der forma ordinaria, wo im zweiten und dritten Hochgebet am Gründonnerstag der besagte Einschub fehlt, dort beschränkt man sich auf das bekannte "das ist heute". Dort ging es also in der lateinischen Originalfassung seit der Zulassung dieser Hochgebete immer schon nur um VIELE. - Ein Schelm wer böses dabei denkt.

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