Freitag, 15. Februar 2013

Yes, we Vati-Can

Ist der Reklamespruch des britischen Wettbüro Paddy Power für eine Variante ihrer Wette auf den nächsten Papst. Sie bieten nämlich eine Einsatz-Rückzahlung für verlorene Einzelwetten an, wenn die Kardinäle den ersten schwarzen Papst wählen. Ein hübsches Poster dazu haben sie auch. Allerdings muss die Wette bis nächsten Montag abgeschlossen sein, also Beeilung.

Neben der Wette, wer es denn wird kann man auch auf so ziemlich auf alles andere wetten, was die Papstwahl betrifft: Name des Neuen, Länge des Konklaves, den Zusammenbruch von Twitter während des Konklaves... 

Wertet man mal die aktuellen Quoten aus, dann wählen sehr arbeitsame Kardinäle schon am ersten Tag des Konklaves aber erst im vierten Wahlgang Angelo Scola zum neuen Papst. Dieser nennt sich Petrus II und wird durch die Wahl mindestens drei Jahre jünger... Ach ja, selbstredend das Twitter zusammenbricht, auf die Wette gibt's weniger raus, als man einzahlt.

In der Kandidatenliste finden sich ganz oben die allseits bekannten Namen aus den Medien, spannender ist da schon, dass Pius als Name an Nummer zwei gesetzt ist, da hör ich ja schon den Aufschrei der deutschen Medienwelt, wenn wir tatsächlich einen Pius XIII bekommen.

Deutsche Kandidaten werden auh gehandelt, die Quote für Kardinal Lehmann ist 100:1, Erzbischof Müller und Kardinal Kasper gehen mit 150:1 ins Rennen. Weitere auf Anfrage. Vielleicht frage ich mal Kardinal Tänzler an, die Quote ist bestimmt noch besser als die 1000:1 von Bono (U2).

Mittwoch, 13. Februar 2013

Aschermittwoch & Fastenzeit

Gehen wir also in diesen Tagen über die gewohnte Pflicht unseres Dienstes hinaus durch besonderes Gebet und durch Verzicht beim Essen und Trinken.
So möge jeder über das ihm zugewiesene Maß hinaus aus eigenem Willen in der Freude des Heiligen Geistes Gott etwas darbringen;
er entziehe seinem Leib etwas an Speise, Trank und Schlaf und verzichte auf Geschwätz und Albernheiten. Mit geistlicher Sehnsucht und Freude erwarte er das heilige Osterfest.
(Regel des Hl. Benedikt, Kap. 49, 5-7)

Dienstag, 12. Februar 2013

Der Papst tritt zurück

Als gestern die ersten Meldungen über den Rücktritt des Papstes auftauchten, war ich einen Moment unsicher, ob es ein Karnevalsscherz sein sollte, aber es war dann relativ schnell klar, dass es ernst war. Das hatte ich so nicht erwartet. In meiner Vorstellung hatte sich eher das Bild von Google News manifestiert, das mir irgendwann unverhofft den Tod des Papstes mitteilen würde. Nun also so.

Der Schritt erscheint mir mutig und doch auch konsequent: Als er sein Pontifikat angetreten ist, bezeichnete er sich als einen einfachen Arbeiter im Weinberg des Herrn und nach acht Jahren harter Arbeit und im Alter von 85 hat ein einfacher Arbeiter durchaus auch das Recht zu sagen, es ist genug. Mal ganz praktisch gesprochen. Und ich gönne Papst Bendikt diesen Ruhestand von Herzen.

Es wird also ein Neuer kommen und die Spekulationen in den Medien schießen ja schon wild ins Kraut. Mir ist aufgefallen, dass ich anders 2005 praktisch keinen der Namen schon mal gehört hatte (mal abgesehen von Arinze). Aber bis zum Konklave ist es eh noch so lang hin, dass die Medien wahrscheinlich eh noch jeden der 117 wahlberichtigten Kardinäle zum Kandidaten ausrufen werden. Von daher wage ich an dieser Stelle eine ganz andere Prognose: Das Konklave kann den Regeln entsprechend ab dem 15. oder 16. März beginnen und ich denke, bis zum Hochfest des Hl. Josef am 19. März ist der neue Papst gewählt.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Dienstag, 5. Februar 2013

Das Kloster in der Stadt

„Wenn Sie sagen, ,ich gehe ins indische Aschram‘ wird das eher akzeptiert, als wenn Sie in die Kirche gehen.“

So Bruder Paulus in einer Reportage über sein Kloster im Lokalteil der letzten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, jetzt auch online verfügbar. Passt eigentlich zu den Aussagen von Erzbischof Müller, scheint aber zufällig zusammenzutreffen. Denn in der Reportage ist es nur einer von vielen Aspekten über ein Kloster das mitten in der Großstadt liegt und das inklusive Vorabend sechs Sonntagsmessen und täglich drei Werktagsmessen anbietet, obwohl die Territorialgemeinde nicht annäherend die Mitgleiderzahl dafür aufweist. Aber wie schreiben sie schon auf ihrer Homepage:

Gottesdienst ist in Liebfrauen eigentlich immer...

Also neben der Leseempfehlung für die Reportage auch eine Besuchempfehlung, falls es einen mal in die Stadt der Banken verschlägt.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Furcht und Liebe

"Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, und wer sich fürchtet, dessen Liebe ist nicht vollendet." (1 Joh 4,18)

So der Schlußsatz der gestrigen Lesung aus dem ersten Johannesbrief. Mache ich es mir da jetzt zu einfach, wenn ich das als Antwort auf "Frohbotschaft statt Drohbotschaft" interpretiere? Klar, es ist natürlich auch schon ordentlicher Tobak zu sagen, wenn ich mich fürchte, liebe ich nicht genug - von Vollkommenheit will mich gar nicht erst sprechen. Aber als Denkanstoß finde ich das nicht mal schlecht und so ganz alleine scheine ich mit dem Gedanken auch nicht zu sein, der Hl. Benedikt hat in seiner Regel etwas sehr ähnliches niedergelegt:

Sollte es jedoch aus wohlüberlegtem Grund etwas strenger zugehen, um Fehler zu bessern und die Liebe zu bewahren, dann lass dich nicht sofort von Angst verwirren und fliehe nicht vom Weg des Heils; er kann am Anfang nicht anders sein als eng. (Benediktsregel, Prolog 47-48)

Lance Armstrong geht beichten...

... so meint zumindestens die Welt heute. Gemeint ist damit allerdings ein Auftritt in der anscheinend sehr beliebten amerikanischen Talkshow von Oprah Winfrey. (Vielleicht geht er auch wirklich beichten, das vermag ich nicht zu beurteilen). Der Autor bleibt jedenfalls schwer im Bild und nennt den Talkshow einen öffentlichen Beichtstuhl und Frau Winfrey wird zur Beichtmutter. Nur die Absolution gibt's bei der Beichtmutter nicht. Was ist da bloß schief gelaufen?

Mittwoch, 9. Januar 2013

Langes Wochenende

Wie der Hessische Rundfunk zu berichten weiß, will die hessische Landesregierung das Reformationsjubiläum 2017 einmalig zum Feiertag erklären. Der HR hat auch gleich die praktische Relevanz des Schrittes erkannt und stimmt die hiesigen Arbeitnehmer auf ein langes Wochenende ein, schließlich sei der 31. Oktober 2017 ein Dienstag. Tja, vermutlich hatte sich die EKD das irgendwie anders vorgestellt.

Montag, 7. Januar 2013

Back in town

Nach einer gefühlten Unendlichkeit von einem halben Jahr melde ich mich auf meinem Blog zurück, der ja - wenn ich Googles Statistiken taruen darf - immer noch besucht wird. Das letzte Jahr war nicht so ganz einfach, im engeren Familienkreis gab es eine größere Operation am Kopf und gleich zwei Todesfälle. Hinzu kam der tägliche Wahnsinn im Büro, was letztendlich dazu führte, dass das Blog zum erliegen kam. Ich habe zwar an der ein oder anderen Stelle noch regelmäßig mitgelesen und auch schon mal kommentiert, aber das eigene Schreiben wollte ich schon aufgeben. Dass es anders gekommen ist, liegt am kleinen, aber feinen Blogger-Treffen nach dem gestrigen Pontifikalamt im Kölner Dom. Auf dem Heimweg habe ich mir gedacht, wäre doch schade, nicht mehr Teil der Blogoszese zu sein. - Also, einen neuen Aufbruch wagen... Ach nee, Waagen sind nach den Weihnachstfeiertagen ja sowieso nie erwünscht ;-) Also, mal sehen was mir einfällt und noch mal ein herzliches Dankeschön an die gestrigen Mitblogger.

Montag, 11. Juni 2012

Fronleichnam

Zum Fronleichnamsfest habe ich dieses Jahr die katholischen Bundesländer verlassen und war in Hamburg, wo dies bekanntlich kein staatlicher Feiertag ist. Dennoch gab es am Abend in der dortigen Kathedralkirche um 19:00 Uhr ein Pontifikalamt mit dem Alt-Erzbischof und anschließend sogar eine Prozession. Hier einige Eindrücke eines sehr für mich intensiven Fronleichnamsfestes.

Ich bin viel zu früh da und entscheide mich, in einer Kaffeebar noch etwas zu trinken. Kurz darauf fällt mir ein Priester mit römischem Kragen auf, der gerade seine leere Tasse zurück an die Bar bringt. Die Bedienung spricht ihn an und sie unterhalten sich über die katholische Kirche in der Großen Freiheit. Beim Rausgehen wird er schon wieder angesprochen. Mit Krawatte wären diese Kontakte wohl nicht ztustande gekommen...

Die Kathedrale ist zugegeben ein paar Nummern kleiner als der Kölner Dom, aber sie ist voll - nicht wenige stehen, nicht wenigen sieht man an, dass sie direkt von der Arbeit hergekommen sind. Der Gottesdienst ist insgesamt fünfsprachig: Deutsch, Koreanisch, Protugiesisch, Kroatisch und - alle verbindend - Latein. Eine ergreifende Mischung aus Missa de Angelis und koreanischen Antwortgesängen. Von der Lesung habe ich kein Wort verstanden, da ich weder kroatisch noch koreanisch spreche, aber es störte nicht weiter. On top dann noch eine gute, kurze, knackige Predigt vom Alt-Erzbischof. Selbst wenn es anschließend keine Prozession gegeben hätte, wäre ich schon sehr beseelt nach Hause gegangen.

Wer die Kathedrale St. Marien in Hamburg kennt, weiß, dass sie mitten im Stadteil St. Georg liegt. Der ist eine Mischung aus Subkultur, diversen Szenes, In-Lokalen und vielen Problemen (Drogen, Alkohol, Arbeitslosigkeit...) Mittendurch zieht die Prozession zur besten Sendezeit (ab 20:30). Gefühlt auf 20.000 Handy-Fotos und Videos abgelichtet, teils interssiert, teils ungläubig bestaunt, nicht selten belächelt. Aber (soweit ich es mitbekommen habe) nicht angepöbelt. Nie zuvor hatte ich auf eine Prozession ernsthaft das Gefühl, auf einer Bekenntnisveranstaltung zu sein. Diesmal war es so.

Es war auch seit langem eine Prozession, wo es Gelegenheit und auch die offene Aufforderung zur Anbetung gab. Die erste Statio wurde in kroatisch gehalten und alle anderen mögen doch bitte still beten. An der zweiten Statio an der evangelischen Kirche betete ein evangelischer Pastor aus Afrika für uns Katholiken, die wir heute Fronleichnam feiern - geht also doch, das mit der Ökumene. Dann meinte er noch, das Ganze habe auch etwas von Pfingsten, so viele Sprachen und Nationen seien zusammengekommen. Das wurde auf dem letzten Teil der Prozession noch mal deutlich, als jede Nation das Vater Unser in ihrer Sprache betete, es waren etwa 20.

Zum guten Schluss dann natürlich der weltliche Teil im Gemeinde-Saal mit Bier und Würstchen und vielen Anekdoten und Eindrücken. Ein typisch Hamburger Eindruck war auch die Ansage vor der Prozession, dass man eventuellen Regen doch bitte als Segen von oben betrachten möge - auch da kenne ich nicht wenige Gemeinden, die bei unklarer Wetterlage lieber nur einmal durch die Kirche ziehen. Was bleibt ist die Aussage eines dortigen Pfarrgemeinderates, der sagte: "Ich bin überzeugt, wir tragen da eine Botschaft hinaus!"


Montag, 14. Mai 2012

Einen neuen Aufbruch wagen

Ein Gastbeitrag des Hl. Benedikt von Nursia zum bevorstehenden Katholikentag:

Stehen wir also endlich einmal auf! Die Schrift rüttelt uns wach und ruft: "Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen." (Röm 13,11) Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht, und hören wir mit aufgeschrecktem Ohr, wozu uns die Stimme Gottes täglich mahnt und aufruft.

"Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!" Und wiederum: "Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist der Gemeinden sagt!"
 

Und was sagt er? "Kommt ihr Söhne, hört auf mich! Die Furcht des Herrn will ich euch lehren. Lauft, solange ihr das Licht des Lebens habt, damit die Schatten des Todes euch nicht überwältigen."

Und der Herr sucht in der Volksmenge, der er dies zuruft, einen Arbeiter für sich und sagt wieder: "Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?"


Wenn du hörst und antwortest : "Ich", dann sagt Gott zu dir: Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tue das Gute! Such Frieden und jage ihm nach!


Wenn ihr das tut, blicken meine Augen auf euch, und meine Ohren hören auf eure Gebete; und noch bevor ihr zu mir ruft, sage ich euch: Seht, "Ich bin da".


Liebe Brüder, was kann beglückender für uns sein als dieses Wort des Herrn, der uns einlädt?
Seht, in seiner Güte zeigt uns der Herr den Weg des Lebens.


(Regula Beneidcti, Prolog 8 - 20)

Freitag, 4. Mai 2012

Quam pro nostra omniumque salute pateretur

oder in Deutsch: "Als er für unser und ALLER Heil das Leiden auf sich nahm" - ja der Text ist den Einsetzungsworten entnommen und zwar aus dem Römischen Messkanon (auch erstes Hochgebet genannt). Allerdings gibt es ihn nur einmal im Jahr zu hören (sofern es sich, um die forma ordinaria handelt, in der extraordinaria wird er ja nicht laut verkündet) und zwar am Gründonnerstag.

D.h., auch liturgisch ist der Kirche immer schon bewusst gewesen, dass es um ALLE geht, sie hat es nur vermieden, das inflationär hinauszuposaunen, denn sowas nutzt sich ja bekanntlich ab. Stattdessen stellt sie die Aussage, dass Jesus Christus für alle gestorben ist, an eine der zentralsten Stellen der Liturgie und verknüpft die Geschehnisse von Tod und Auferstehung unmittelbar damit.

Es beten also auch die Pius-Brüder sehr wohl für ALLE. Es mag aber sein, dass der ein oder andere Besucher der forma extraordinaria auch am Gründonnerstag aus Gewohnheit in seinem Schott die Seite mit dem Standardmesskanon aufschlägt und deshalb nicht mitbekommt, dass es um alle geht.

Schlimmer ist es aber in der forma ordinaria, wo im zweiten und dritten Hochgebet am Gründonnerstag der besagte Einschub fehlt, dort beschränkt man sich auf das bekannte "das ist heute". Dort ging es also in der lateinischen Originalfassung seit der Zulassung dieser Hochgebete immer schon nur um VIELE. - Ein Schelm wer böses dabei denkt.